Chris Wright hat die Wahrheit ausgesprochen, die niemand hören wollte: Die Straße von Hormuz ist "gefährlich für Tanker" aufgrund iranischer Aktionen, und "die Energiepreise könnten hoch bleiben". Danke, Kapitän Offensichtlichkeit! Aber warten Sie, hier wird es interessant.
Der Sheriff, der seine eigenen Banditen erschuf
Seit wann entdecken die Vereinigten Staaten, dass der Iran ein Problem im Golf darstellt? Seit den Sanktionen von 1979? Den Drohungen von 2019? Oder vielleicht seit sie beschlossen haben, die Straße von Hormuz zu ihrem persönlichen geopolitischen Spielplatz zu machen?
Erinnern wir uns an die Fakten: 20% des weltweiten Öls passieren diesen 33 Kilometer breiten Engpass. Der Iran kontrolliert die Nordseite, die Emirate und Oman die Südküste. Und in der Mitte? Die fünfte US-Flotte, die seit 1995 patrouilliert, als wäre sie zu Hause.
Stellen Sie sich die umgekehrte Szene vor: Iranische Kriegsschiffe patrouillieren im Sankt-Lorenz-Strom "um die internationale Schifffahrt zu schützen". Wie würde Kanada das nennen? Eine Invasion, vielleicht?
Wenn Europa seine Hausaufgaben macht
Während Washington Cowboy spielt, schauen wir uns an, wie es die anderen machen. Frankreich hat seine Energieversorgung nach den Ölkrisen der 70er Jahre diversifiziert. Ergebnis? Paris ist weniger vom Golf abhängig als Washington für seine Energie. Die Ironie ist köstlich: Das Land mit den meisten Flugzeugträgern in der Region ist auch das, das am meisten davon abhängt.
Kanada hingegen produziert mehr Öl, als es verbraucht. Trudeau kann noch so große Reden über die Energiewende schwingen, zumindest muss er seine Marine nicht 10.000 Kilometer von zu Hause aus schicken, um Tanker zu schützen.
Die chinesische Strategie: Verhandeln statt navigieren
Und China? Peking hat 2021 einen 25-jährigen Energievertrag mit dem Iran unterzeichnet. Während die Amerikaner drohen, verhandeln die Chinesen. Während Wright hohe Preise prognostiziert, sichert Peking seine Lieferungen zu Festpreisen.
Der Unterschied in der Herangehensweise ist frappierend: Washington setzt auf militärische Stärke, um eine Route zu "sichern", die durch die eigenen Politiken gefährlich gemacht wurde. Peking setzt auf wirtschaftliche Diplomatie, um das Problem zu umgehen. Wer ist pragmatischer?
Minen und Raketen: Symptome, keine Ursachen
Wright erwähnt die iranischen Projektile und Minen. Das ist wahr, es ist gefährlich, es ist verwerflich. Aber das ist, als würde man das Symptom behandeln, nicht die Krankheit. Der Iran legt Minen, weil er sich eingekreist fühlt. Er feuert Raketen ab, weil er kein anderes Druckmittel hat.
Die US-Sanktionen haben den Iran vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten. Die militärischen Drohungen haben ihn in die Arme von Russland und China getrieben. Und jetzt wundert sich Washington, dass Teheran in seinem eigenen Hinterhof Unruhe stiftet?
Die Kosten der Inkohärenz
Laut dem New York Times behaupten einige Quellen, dass der Iran die Straße für die Amerikaner und ihre Verbündeten "weitgehend geschlossen" hat. Andere Quellen bestätigen diese totale Schließung nicht. Dieser Widerspruch offenbart das Problem: Niemand weiß wirklich, was vor sich geht, weil die Kommunikation zwischen Washington und Teheran nicht existiert.
Ergebnis? Die Märkte geraten in Panik, die Preise steigen, und die amerikanischen Verbraucher zahlen die Rechnung für eine inkohärente Außenpolitik. Die hohen Preise, die Wright vorhersagt, sind keine geologische Notwendigkeit — es ist die Kosten von 40 Jahren Diplomatie durch Sanktionen und Drohungen.
Die Alternative existiert
Andere Länder haben bewiesen, dass man seine Energieversorgung sichern kann, ohne den Golf in ein Schlachtfeld zu verwandeln. Norwegen exportiert sein Öl, ohne seine Marine zu schicken, um seine Nachbarn einzuschüchtern. Kanada verkauft seines, ohne Venezuela zu bedrohen. Selbst Russland — das wahrlich kein Vorbild für Zurückhaltung ist — verhandelt seine Energieverträge, anstatt die Engpässe zu verminen.
Nur die Vereinigten Staaten scheinen zu glauben, dass man Energie mit Zerstörern statt mit Verträgen sichert.
Die wahre Frage
Wright hat recht: Hormuz ist nicht sicher. Aber die wahre Frage ist nicht "wie schützen wir unsere Tanker?" Es ist "warum müssen wir sie schützen?"
Wenn Washington in erneuerbare Energien investiert hätte, anstatt in Militärbasen im Nahen Osten, müsste Wright keine hohen Preise ankündigen. Wenn die Vereinigten Staaten ihre Quellen wie Europa diversifiziert hätten, wären sie nicht von einer Straße abhängig, die von einem Regime kontrolliert wird, das sie als feindlich betrachten.
Stattdessen haben sie ihre eigene Falle geschaffen: abhängig von einer Route, die sie durch ihre eigenen Politiken gefährlich gemacht haben.
Urteil
Chris Wright sagt die Wahrheit über Hormuz, aber er erzählt nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte ist, dass Washington Jahrzehnte damit verbracht hat, dieses energie- und geopolitische Loch zu graben. Jetzt, wo sie am Boden sind, entdecken sie, dass es dunkel ist.
Urteil: 8/10 für Wrights Ehrlichkeit, 2/10 für die strategische Kohärenz der USA. Wenn man 40 Jahre lang mit dem Feuer spielt, verbrennt man sich schließlich — und verbrennt das Portemonnaie seiner Bürger.
