Es bedurfte eines obskuren israelischen Rechtsbüros, um Donald Trump in seine Schranken zu weisen und zu verdeutlichen, wie sehr der ehemalige amerikanische Präsident Diplomatie und Immobilienhandel verwechselt. Gestern, so berichtete die New York Times, machte diese Institution unmissverständlich klar, dass Benjamin Netanyahu nur dann begnadigt werden könne, wenn er "zurücktritt, gesteht oder verurteilt wird" — eine magistrale Ohrfeige für die trumpfischen Druckversuche.
Diese Zurückweisung verdient es, näher betrachtet zu werden, denn sie offenbart weit mehr als nur ein einfaches juristisches Missverständnis zwischen Verbündeten. Sie zeigt die frontale Kollision zwischen zwei Auffassungen von Gerechtigkeit: der transaktionalen, in der alles in den Fluren der Macht verhandelt wird, und der institutionellen, in der die Regeln den Menschen, die sie anwenden, vorausgehen.
Die Kunst der Transaktion gegen den Rechtsstaat
Trump, treu seiner Methode, glaubte offenbar, es genüge, die richtigen Knöpfe zu drücken, um sein Ziel zu erreichen. Schließlich hat er während seiner Amtszeit großzügig Begnadigungen ausgesprochen und die präsidiale Gnade in eine politische Währung verwandelt. Steve Bannon, Michael Flynn, Roger Stone... die Liste seiner Begünstigten zeugt von einer rein utilitaristischen Sichtweise der Gerechtigkeit.
Doch das Problem ist: Israel ist nicht die Vereinigten Staaten, und Netanyahu ist kein New Yorker Geschäftsmann im Anzug. Das israelische Justizsystem, trotz seiner Mängel und der umstrittenen Reformversuche der letzten Jahre, bewahrt eine Unabhängigkeit, die Trump anscheinend mit Staunen entdeckt.
Diese institutionelle Widerstandsfähigkeit Israels ist umso bemerkenswerter, als sie in einem Kontext auftritt, in dem Netanyahu selbst wiederholt Angriffe auf sein eigenes Justizsystem gestartet hat. Erinnern wir uns, dass der Premierminister mit Vorwürfen wegen Korruption, Betrug und Vertrauensmissbrauch konfrontiert ist — Anklagen, die weitaus schwerwiegender sind als die buchhalterischen Verwicklungen, die Trump seine eigenen rechtlichen Probleme eingebracht haben.
Das Paradoxon des widerspenstigen Verbündeten
Die Ironie der Situation ist nicht zu übersehen. Trump, der sich stets als bester Freund Israels präsentiert hat — Umzug der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem, Anerkennung des Golan, Abraham-Vereinbarungen —, entdeckt, dass geopolitische Freundschaft nicht automatisch in juristische Unterwerfung mündet.
Diese Lektion der richterlichen Unabhängigkeit aus Israel hat einen gewissen Reiz, wenn man Trumps Neigung kennt, die amerikanische Justiz zu instrumentalisieren. Wie oft hat er nicht versucht, Druck auf das FBI, das Justizministerium oder sogar den Obersten Gerichtshof auszuüben? Wie oft hat er nicht "Ermittlungen" gegen seine politischen Gegner gefordert?
Das israelische Rechtsbüro, das seine Bedingungen aufstellt — Rücktritt, Geständnis oder Verurteilung —, erinnert an eine Binsenweisheit, die Trump anscheinend vergessen hat: Gnade ist kein Freibrief, sondern ein feierlicher Akt, der die Anerkennung der Schuld voraussetzt. Man begnadigt keinen Unschuldigen, man begnadigt einen reumütigen Schuldigen.
Die Infantilisierung der Bürger durch Stellvertreter
Diese Angelegenheit offenbart auch eine der perfidesten Abweichungen unserer Zeit: die Tendenz der Führer, die Institutionen im Namen von Effizienz oder persönlicher Freundschaft zu umgehen. Trump, der versucht, eine Begnadigung für Netanyahu zu erwirken, verletzt nicht nur die richterliche Souveränität Israels. Er sendet eine schädliche Botschaft: Die Regeln sind verhandelbar, die Gerechtigkeit ist eine variable Größe, und die Bürger müssen sich nicht mit mühsamen Verfahren belasten.
Diese Logik kennen wir gut aus Frankreich. Wie oft haben wir nicht gesehen, dass politische Verantwortliche versucht haben, die Justiz direkt oder indirekt zu beeinflussen? Wie oft haben wir nicht von "Telefonanrufen" gehört, um die eine oder andere Angelegenheit zu regeln?
Der Widerstand des israelischen Justizsystems gegen die trumpfischen Druckversuche sollte uns inspirieren. Er zeigt, dass es möglich ist, den Mächtigen Nein zu sagen, selbst wenn sie sich in die Gewänder internationaler Freundschaft hüllen.
Die Illusion der Allmacht
Im Grunde offenbart diese israelische Zurückweisung die Grenzen der Trump-Methode. Der Mann, der sich rühmte, mit jedem "Deals" machen zu können, entdeckt, dass einige Institutionen seinen transaktionalen Charme widerstehen. Die Justiz, wenn sie richtig funktioniert, ist kein Markt, auf dem alles gekauft und verkauft wird.
Diese Lektion gilt für all jene, die von Washington über Paris bis London noch glauben, dass die politische Macht alles kann. Nein, sie kann nicht alles. Und das ist auch gut so.
Die Demokratie beschränkt sich nicht auf den Wahlwechsel. Sie setzt auch — und vor allem — die Existenz von Institutionen voraus, die in der Lage sind, den Druck, selbst freundschaftlichen, zu widerstehen. Das israelische Rechtsbüro hat Trump gerade daran erinnert. Hoffen wir, dass er sich daran erinnert.
