Wir sind wieder da. Trump kündigt "sehr gute und produktive Gespräche" mit dem Iran an, und vierundzwanzig Stunden später mildert ein hochrangiger iranischer Beamter des Außenministeriums: "Wir haben Punkte von den USA über Vermittler erhalten und sie werden geprüft." Übersetzung: Man spricht nicht miteinander, man reicht sich kleine Zettel über Dritte.

Diese diplomatische Choreografie haben wir schon einmal gesehen. 2018, 2020, 2024. Immer dasselbe Szenario: "ermutigende Signale", "mögliche Öffnungen", "Botschaften, die durch Vermittler übermittelt werden". Und am Ende? Nichts. Oder besser gesagt: viel Medienlärm, um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass sich etwas bewegt.

Das Theater der Absichten

Lassen Sie uns nüchtern analysieren, was gestern passiert ist. Trump, treu seiner Methode, übertreibt die Realität. Nachrichtenübermittlungen durch Vermittler werden zu "Gesprächen". Ein explorativer Prozess wird zu "sehr produktiv". Der Mann weiß, dass die Finanzmärkte und die öffentliche Meinung auf Worte ebenso reagieren wie auf Taten.

Auf iranischer Seite ist die Reaktion ebenso kalkuliert. Die Bestätigung des Erhalts von "Punkten" aus den USA, ohne von Verhandlungen zu sprechen, sendet ein Signal nach Washington, während man sich vor der heimischen Öffentlichkeit wahren Gesicht bewahrt. Teheran kann es sich nicht leisten, als Bittsteller dazustehen, besonders nach monatelangen Spannungen.

Laut dem New York Times und CBS News ist diese Sequenz Teil eines Versuchs zur "Deeskalation". Aber von welcher Eskalation sprechen wir genau? Die US-Wirtschaftssanktionen haben sich nicht bewegt. Das iranische Atomprogramm geht weiter. Die regionalen Spannungen bestehen fort. Wo ist die Eskalation, die es zu entschärfen gilt?

Die Kunst, viel zu reden und nichts zu sagen

Was in dieser Angelegenheit auffällt, ist die Diskrepanz zwischen dem Medienrummel und der tatsächlichen Substanz. "Botschaften, die durch Vermittler übermittelt werden", kommen in der Diplomatie ständig vor. Das ist sogar die Norm, wenn zwei Länder keine offiziellen Beziehungen haben. Aber das in eine "potenzielle diplomatische Durchbruch" zu verwandeln, ist eine Manipulation der Informationen.

Trump gewinnt dadurch ein Bild eines Präsidenten, der mit den "Feinden" Amerikas im Dialog steht. Der Iran gewinnt eine implizite Anerkennung seines Status als unverzichtbarer Gesprächspartner. Die Medien gewinnen Schlagzeilen. Alle sind zufrieden, außer den Bürgern, die gerne verstehen würden, was wirklich passiert.

Denn die Realität ist prosaischer. Diese Nachrichtenübermittlungen gibt es seit Jahren, über die Schweiz, Oman oder andere Länder. Sie dienen hauptsächlich dazu, Missverständnisse zu vermeiden, die in einen bewaffneten Konflikt umschlagen könnten. Das ist Krisenmanagement, keine transformative Diplomatie.

Die wahren, maskierten Interessen

Hinter dieser diplomatischen Aufregung verbergen sich bodenständigere Berechnungen. Trump, im zweiten Mandat, sucht ein "Vermächtnis" in der Außenpolitik. Nach dem relativen Scheitern seiner Verhandlungen mit Nordkorea stellt der Iran eine Gelegenheit dar, Geschichte zu schreiben. Aber er braucht schnelle und spektakuläre Ergebnisse, die die iranische Diplomatie nicht bieten kann.

Der Iran hingegen spielt auf Zeit. Das Regime weiß, dass die US-Regierungen kommen und gehen, aber die Islamische Republik bleibt. Warum Risiken mit Trump eingehen, wenn man abwarten kann, wer ihm nachfolgt? Zumal die Sanktionen, trotz ihrer Auswirkungen, nicht den wirtschaftlichen Zusammenbruch herbeigeführt haben, den Washington erhofft hatte.

Diese Strategie des iranischen Abwartens erklärt, warum diese diplomatischen "Öffnungen" niemals zu Ergebnissen führen. Teheran sendet gerade genug Signale, um die amerikanische Hoffnung aufrechtzuerhalten, ohne sich jemals auf einen Prozess einzulassen, der es zu substantiellen Zugeständnissen zwingen würde.

Die Illusion des Moments

Das Beunruhigendste an dieser Sequenz ist die Leichtigkeit, mit der Beobachter in die Falle des "diplomatischen Moments" tappen. Sobald ein US-Beamter und ein iranischer Offizieller in derselben Woche das Wort "Dialog" aussprechen, wird sofort von einem "Fenster der Gelegenheit" gesprochen.

Dieser Ansatz offenbart ein grundlegendes Missverständnis der Natur des amerikanisch-iranischen Konflikts. Es handelt sich nicht um ein Missverständnis, das durch ein gutes Gespräch gelöst werden könnte, sondern um einen tiefgreifenden geopolitischen Konflikt. Die USA wollen ihre regionale Hegemonie im Nahen Osten aufrechterhalten. Der Iran will sie herausfordern. Diese Ziele sind von Natur aus unvereinbar.

Die "fast-Verhandlungen" von gestern werden an dieser Gleichung nichts ändern. Sie dienen vor allem dazu, die Illusion zu erzeugen, dass die Diplomatie funktioniert, während sie nur einen Status quo verwaltet, den niemand wirklich in Frage stellen möchte.

In sechs Monaten werden wir dasselbe Schauspiel erleben: "ermutigende Signale", "Botschaften durch Vermittler" und gelehrte Analysen über die "Aussichten auf Dialog". In der Zwischenzeit bleiben die echten Fragen - Sanktionen, Atomprogramm, regionale Einflussnahme - unbeantwortet. Aber zumindest wird jeder den Eindruck haben, dass sich etwas bewegt.